Kammermusik aus Italien, 23.-30.09.2018, Theater in Kempten, Künstlerischer Leiter: Oliver Triendl
CLASSIX Kempten - Newsletter vom 06.07.2018
Inhalt
- Werke: »Duetti« für zwei Violinen von Luciano Berio
- Werke: »Aulodia per Lothar« von Bruno Maderna
- Künstler: Sechs Fragen an die Bratschistin Lise Berthaud
- Künstler: Sechs Fragen an die Pianistin Lauma Skride
- Der »CLASSIX Kempten«-Kanal auf YouTube
- Wussten Sie schon? Fakten und Geschichten zum Festival
- Der CLASSIX-Flyer 2018 zum Download
- Karten bestellen
Liebe CLASSIX-Freunde,
auch in der Musik lassen wir uns leider häufig von Vorurteilen leiten – und verpassen darum immer wieder überraschende Erlebnisse. Komponisten wie Bruno Maderna und Luciano Berio haben eine herausragende Rolle als Avantgardisten des 20. Jahrhunderts gespielt. Dass beide jenseits von anstrengend zu hörenden Werken aus der Zeit der »Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik« ganz wunderbare Werke für Kammermusikensembles komponiert haben, ist wenig bekannt. Lassen Sie sich von der Beschreibung zweier Werke inspirieren, die beim diesjährigen Festival zu Aufführung kommen.
In diesem Newsletter stellt der künstlerische Leiter Oliver Triendl seine sechs Fragen an Bratschistin Lise Berthaud, die bereits zum sechsten Mal nach Kempten kommt, und an die Pianistin Lauma Skride, die zum ersten Mal dabei ist. Wie ihre Kollegen freuen sich beide darauf »spannend neues, unbekanntes Repertoire« kennenzulernen.
Wir hoffen, Sie freuen sich auch und sind ebenfalls gespannt!

Herzliche Grüße aus dem Allgäu
Heinz Peller für das CLASSIX-Team

Werke: »Duetti« für zwei Violinen von Luciano Berio

Konzert III – Freitag, 28.09.2018, 20:00 Uhr, Theater in Kempten
Luciano Berio (1925-2003): Aus den »Duetti« (1979-1983) für zwei Violinen

Luciano Berio stammte aus einer ligurischen Musikerfamilie, studierte in Mailand und in Tanglewood bei Luigi Dallapiccola, arbeitete seit den 1950er-Jahren mit Bruno Maderna und Luigi Nono im Experimentalstudio der RAI zusammen, war ein Pädagoge von Weltrang und zweifellos einer der bedeutendsten italienischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Seine musikalische Sprache ist eine sehr differenzierte. Zwar verwendete er alle avantgardistischen Techniken, ausgehend von der Dodekaphonie, blieb jedoch in höchst eigentümlicher Weise der italienischen Tradition der Kantabilität und der Virtuosität treu ...

Virtuose Stücke für bestimmte Instrumente bestimmten Interpreten zu widmen oder dem Gedenken an bedeutende Vorgänger und Kollegen – diese Praxis gibt es seit Jahrhunderten. In neuerer Zeit darf man da zum Beispiel an Eugène Ysaÿes Violin-Solosonaten oder an György Kurtágs »Mikroludien« denken. Luciano Berio schrieb seine 34 "Duetti per due Violini« zwischen 1979 und 1983. Die Liste der Titel reicht von Béla Bartók, dessen Violinduette als Vorbild dienten, über den zeitweiligen Mitstreiter Bruno Maderna bis zum geschätzten Kollegen Alfred Schnittke, vom Maestro Lorin Maazel bis zum Verleger Alfred Schlee, wobei Berio immer nur den Vornamen als Titel angab ...

Lesen Sie den ganzen Artikel mit mehr Hintergrund zu Luciano Berios »Duetti« hier ...

Werke: »Aulodia per Lothar« von Bruno Maderna

Festivalauftakt – Konzert der Sponsoren
Konzert II – Donnerstag, 27.09.2018, 20:00 Uhr, Theater in Kempten
Bruno Maderna (1920-1973): »Aulodia per Lothar« (1965) für Oboe d’amore und Gitarre

Bruno Maderna, Venezianer, unehelicher Sohn des Unterhaltungsmusikers Umberto Grossato, war ein Wunderkind, spielte schon mit sieben Jahren Violine im Orchester seines Vaters und dirigierte Opernkonzerte. Später nahm er den Namen seiner Mutter, Carolina Maderna, an. Als 20-Jähriger hatte er bereits ein Kompositionsdiplom in der Tasche, studierte aber weiter, vor allem Dirigieren bei Antonio Guarnieri in Siena und Komposition bei Gian Francesco Malipiero in Venedig ...

»Aulodia per Lothar« für Oboe d’amore und Gitarre entstand 1965 in Darmstadt für den Kölner Oboisten Lothar Faber. Der Aulos, ein Vorläufer der Oboe, war ein altgriechisches Rohrblattinstrument mit ägyptischen Wurzeln, eine Aulodie ein vom Aulos begleiteter Gesang. Ob Maderna wusste, dass »aulodia« in der Sprache der indigenen Bevölkerung Hawaiis »vorbei« heißt ...

Lesen Sie den ganzen Artikel mit mehr Hintergrund zu »Aulodia« von Bruno Maderna hier ...

Künstler: Sechs Fragen an die Bratschistin Lise Berthaud

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Lise Berthaud ist dem Kemptener Publikum bereits gut bekannt. Der künstlerische Leiter Oliver Triendl hat ihr sechs Fragen gestellt.

Du warst bereits bei »CLASSIX Kempten« zu Gast – sind dir spezielle Erlebnisse in Erinnerung geblieben?
Ich war vor 10 Jahren das erste Mal beim Festival in Kempten. 2018 bin ich zum sechsten Mal dabei!

Was reizt dich speziell beim Raritäten-Festival »CLASSIX Kempten« teilzunehmen?
Es ist für Bratschisten immer aufregend, neue Stücke zu spielen, denn die meiste Zeit spielen wir das gleiche Repertoire.

Kanntest du einige der während des Festivals gespielten Stücke vorher?
Im Moment habe ich noch keine Idee davon, was ich spielen werde, aber ich vertraue Oliver :-)

Wie bist du zu deinem Instrument gekommen? Welches andere Instrument könntest du dir vorstellen zu spielen?
Ich habe mit der Geige angefangen, aber ich habe sehr schnell zur Viola gewechselt (mit 8 Jahren). Ich fühlte mich mit einem größeren Instrument so viel besser.

Wenn du nicht Musikerin geworden wärst, dann …
Ehrlich gesagt habe ich nie darüber nachgedacht. Es ist das Einzige, was ich tun kann.

Dein Lieblingsgericht? (Wird während des Festivals vielleicht zubereitet …)
Mein Problem: Ich bin ein Gourmand! Ich mag alles und auch Rotwein :-)

Mehr zur Biographie von Lise Berthaud finden Sie hier ...

Künstler: Sechs Fragen an die Pianistin Lauma Skride

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Lauma Skride spielt in diesem Jahr zum ersten Mal bei »CLASSIX Kempten«. Auch ihr hat der künstlerische Leiter Oliver Triendl sechs Fragen gestellt.

Du kommst erstmals nach Kempten – kanntest du das Festival vorher?
Ja, das Festival kannte ich schon von Freunden, die schon einmal dabei waren und die immer Schönes davon erzählt haben!

Was reizt dich speziell beim Raritäten-Festival »CLASSIX Kempten« teilzunehmen?
Ich finde es immer sehr spannend, neues unbekanntes Repertoire zu lernen! Es ist wunderbar, dass es noch so vieles zu entdecken und dass es so ein Raritäten-Festival gibt!

Kanntest du einige der während des Festivals gespielten Stücke vorher?
Nein, ich kannte keines der Stücke vorher. Das werden tatsächlich alles Premieren für mich sein!

Wie bist du zu Deinem Instrument gekommen? Welches andere Instrument könntest du dir vorstellen zu spielen?
Als Kind wollte ich eigentlich Geige lernen, da meine beide älteren Schwestern schon Geige spielten. Aber meine Mutter hat gesagt: »Eine dritte Geige im Haus komme nicht in Frage!« Daraufhin wollte ich alles mögliche lernen: Flöte, Cello, Horn. Als ich mich nicht entscheiden konnte, fragte mich meine Mutter (die selber Pianistin ist), ob ich doch nicht einfach Klavier spielen möchte. Am Anfang war ich gar nicht so begeistert, habe mich dann aber doch sehr schnell in das Klavierspielen und die Klaviermusik verliebt und bin inzwischen unendlich dankbar, dieses Instrument zu spielen!

Wenn du nicht Musiker geworden wärst, dann …
Oh, das ist eine schwierige Frage. Seit ich sehr klein war, wollte ich unbedingt Musikerin werden. Ich glaube, mit der Frage würde ich mich erst dann beschäftigen, wenn ich nicht mehr spielen könnte.

Dein Lieblingsgericht? (Wird während des Festivals vielleicht zubereitet …)
Ikura Uzura!

Mehr zur Biographie von Lauma Skride finden Sie hier ...

Der »CLASSIX Kempten«-Kanal auf YouTube

Kennen Sie schon unseren Video-Kanal mit Mitschnitten auf YouTube? Heute möchten wir Ihnen das Stück »Kalenderblätter« der in Berlin lebenden Komponistin Tatjana Komarova (*1968) vorstellen. Das Stück wurde im Konzert II am Donnerstag, 28.09.2017, im Theater in Kempten aufgeführt. Es spielten Matthew Hunt (Klarinette), Vineta Sareika (Violine), Peter Bruns (Violoncello) und Oliver Triendl (Klavier).
Video auf YouTube ansehen ...

Mehr zur Komponistin und zum Werk aus dem Programmheft 2017 ...

Der CLASSIX-Flyer 2018

Der CLASSIX-Flyer 2018 ist da. Mit allen Konzertterminen, dem detaillierten
Programm und Kurzbiografien der mitwirkenden Künstler. Hier geht’s zum PDF-Download.

Wussten Sie schon? Fakten und Geschichten zum Festival

Welche Instrumente erwarten Sie bei einem Kammermusikfestival? Neben den Streichern auch gerne die klassischen Holzbläser Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und dazu vom »Blech« das Horn. Aber Posaune (wie in 2007 geschehen), Trompete (gab es schon 2007 und 2009), Schlagzeug (2007), Harfe (2008, 2013), Cymbalom (2012), Sopran (2010, 2013, 2016), Tenor (2011) und Rezitation (2013)? Auch hier geht »CLASSIX Kempten« immer wieder unkonventionelle Wege. 2018 haben wir wieder zwei Instrumente im Programm, die sich im gewöhnlichen Kammermusikbetrieb eher rar machen. In unserer Programmübersicht finden Sie diese bereits ...

Mehr zu den Künstlern und Werken für diese Instrumente lesen Sie im nächsten Newsletter.

Und hier noch die Auflösung vom letzten Mal: Welche Uraufführungen gab es bei den vergangenen Festivals?
  • 2009: Ragnar Söderlind (*1945) – Erinnerungen an Szentendre, grauer Tag op.112 (2012) für Viola und Klavier
  • 2012: László Tihanyi (*1956) – »Rundherum« (2012) für Klavierquintett
  • 2013: Richard Dünser (* 1959) – Mirrors of a Still Sky (2013) für Horn solo
  • 2014: Milan Mihajlović (*1945) – Melancholy (2014) für Oboe, Violine, Viola, Violon-cello und Klavier
  • 2015: Sebastian Fagerlund (*1972) – Scherzic II – Kempten Version (2015) für Klari-nette und Violoncello
  • 2016: Derek Bermel (*1967) – »Over Algiers’« (2016) für Violine und Klavier
  • 2017: Katia Tchemberdji (*1960) – Intermezzi (2017) für Horn, Violine und Klavier
Alle im Festival von 2006-2017 gespielten Werke finden Sie hier ...

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Mehr Information rund um »CLASSIX Kempten 2018« gibt es im nächsten Newsletter in 14 Tagen am Freitag, 20.07.2018.
Alle Infos zum Festival immer auf classix-kempten.de.
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