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Mathias Rüegg, Komponist, Arrangeur, Piano

© Foto: Claus PeuckertEr wird als »Jongleur der Musikgeschichte« bezeichnet: der 1952 in Zürich geborene, doch seit Jahrzehnten in Wien lebende Mathias Rüegg. Über seine Arbeit schreibt er:

Ich gehöre zur aussterbenden Gattung der Jazzkomponisten und Arrangeure, die dazu noch alles mit der Hand schreiben. Ich würde mich in Europa wohl als den letzten Mohikaner bezeichnen, der diesen Beruf seit Jahrzehnten noch ausübt. Ca. 650 Kompositionen und Arrangements lagern in meinem Archiv, von denen die meisten aufgeführt bzw. aufgenommen wurden. Insgesamt ca. 50 Stunden Musik also. Den größeren Teil davon schrieb ich für das »Vienna Art Orchestra«, das ich 1977 zufällig gegründet und anschließend bis 2010 geleitet habe. Unterdessen wurde mein Berufsstand mehrheitlich durch den Computer ersetzt, der all diese schönen Handschriften obsolet macht. Die Schönste hatte übrigens Maurice Ravel!
Etwa der Hälfte meiner Kompositionen stehen Arrangements und Bearbeitungen gegenüber, wobei ich das große Glück hatte, den größten Arrangeur of all times, Gil Evans, näher kennenlernen zu dürfen. Nachdem ich 2010 dann mehr oder weniger vor dem Nichts stand, traf ich Lia Pale und beschloss, endlich mal ordentlich Klavier zu üben. Gleichzeitig verwandelte ich mich in einen Asketen und begann mehrheitlich nach Innen zu reisen. In seinem Buch Das Labyrinth der Lichter meint Carlos Ruiz Zafón, »dass von einem bestimmten Punkt des Lebens an, die Zukunft eines Menschen in der Vergangenheit liege«.

Website von Mathias Rüegg

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