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Brad Mehldau, Piano solo
Programm nach Ansage

© Foto: Brad MehldauBrad Mehldau hat sich weltweit über die Jahre eine große Fangemeinde erspielt, die live eine einzigartig intensive Erfahrung erwartet – und auch erwarten darf. Erneuerer des klassischen Jazz-Klaviertrios, emotionstiefer Eklektiker, eigenwilliger Traditionalist und großer Romantiker – solche Titulierungen muss Brad Mehldau ebenso über sich ergehen lassen wie den wegen biografischer Parallelen stets gezogenen Vergleich mit Bill Evans: hochsensibel, inspiriert, melancholisch, romantisch, von einer inneren Kraft getrieben.

Auf der einen Seite ist Brad Mehldau zuallererst der Improvisator, der das Wunder und die Überraschung, die einer spontanen musikalischen Idee entspringen kann, über die Maßen schätzt und gern in Echt-Zeit umsetzt. Andererseits fasziniert ihn die formelle Architektur von Musik zutiefst – und auch das spiegelt sich in jeder Facette seines Spiels wider. In seinen inspiriertesten Momenten wird die Struktur seines musikalischen Gedankens zu einem weiteren Ausdrucksmittel. Während seines Spiels achtet Mehldau darauf, wie die Ideen sich entwickeln und zudem auf die Reihenfolge dieser Entwicklungen. So bekommt jeder Song einen starken erzählerischen Spannungsbogen, der entweder schon am Anfang spürbar ist, sich am Ende eines Stückes offenbart oder aber bewusst offen gelassen wird. »Erst wer die Form beherrscht, darf mit ihr spielen«, schießt es einem da durch den Sinn. Und so ergänzen sich die beiden Seiten Mehldaus musikalischer Persönlichkeit – der Improvisator und der Formalist – vortrefflich und spornen sich gegenseitig sogar zu Höchstleistungen an. Der Effekt ist nicht selten der eines kontrollierten Chaos.

Mehldau tritt sowohl als Solist als auch im Trio auf und komponiert nebenbei Filmmusik, Seine Solo- und Ensemble-Alben sind große Erfolge, zum Beispiel »After Bach«, das vier Präludien und eine Fuge aus Bachs »Das Wohltemperierte Klavier« enthält – jeweils gefolgt vom einem Mehldau-Stück, das von der vorherigen Bach-Komposition inspiriert wurde. Über das Album schrieb die Financial Times: »Während jedes Stück an Dynamik gewinnt, tauchen neue Melodien auf, die sich verändern und abermals über origineller Intonierung entfalten und schimmern, bevor sie ihren Höhepunkten zusteuern. Wie bei Bach, entwickeln sich auch Mehldaus Improvisationen nach eisern gelebter innerer Logik. Und sie erinnern darüber hinaus daran, dass Bach zu seiner Zeit mehr für seine Geschicke als Improvisator denn für seine Partituren geschätzt wurde.«


Brad Mehldau, Piano

Brad Mehldau, geboren am 23. August 1970 in Jacksonville, Florida, ist ein weltweit erfolgreicher US-amerikanischer Jazzpianist. Bereits im Alter von sechs Jahren begann er, Klavierstunden zu nehmen. Er studierte Klavier und Komposition am Berklee College of Music und an der…

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